Neue Bücher
Auf der Website der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft findet sich die Rubrik „Neue Bücher“. Hier werden Ankündigungen zu aktuellen Büchern und Sammelbänden zu Thomas Mann und zur Familie Mann in drei Kategorien aufgelistet. Die jeweils neuen Einträge werden im Newsletter vermeldet.
Caren Heuer, Britta Dittmann, Barbara Eschenburg, Marie Limbourg (Hrsg.)
Huch, alle tot? 101 Fragen und Antworten zu Buddenbrooks
Mit »Huch, alle tot? 101 Fragen und Antworten zu Buddenbrooks« öffnet sich die Welt von Thomas Manns berühmtem Familienroman einmal ganz anders: spielerisch, überraschend, neugierig machend. Lesen Sie über ungewöhnliche Todesfälle, eine Vielfalt an (ausgestopften) Tieren und über exotische Artefakte. Das Buch bietet eine bunte Mischung aus ernsthaften Nachfragen, kuriosen Beobachtungen und amüsanten Details. Die handeln von Figuren, Schauplätzen und Symbolen des Romans und beleuchten, wie viel Witz, Eigenart und Menschlichkeit in diesem Jahrhundertwerk steckt. So entsteht eine literarische Entdeckungsreise für alle, die den Roman kennen oder (neu) für sich entdecken wollen.
Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht Verlag, 2026
Gleitende Abhänge. Thomas Manns Buddenbrooks und der Aufbruch in die Moderne
Britta Goerke
Untergang und Verfall faszinieren bis heute und haben den Blick auf die Buddenbrooks anhaltend geprägt. Dies Werk aber ist nicht nur Verfallsroman, nicht nur Décadence des Fin de Siècle. Die aufgeworfenen Fragen sind heute virulenter denn je.
Die hier untersuchten Zeitstrukturen sowie Entgrenzung, Loslösung und Strukturverlust sind integrale Aspekte der Moderne. Modern sind Selbstentfremdung und Überreflexion, Desorientierung und Sinnkrise. Der psychologische Scharfblick, mit dem diese im Verlauf des Romans zunehmende Symptomatik entfaltet wird, ist selbst Signum der Epoche. Die literarisch analysierte Psyche ist die eines ausgesetzten Individuums in einer bedrohlichen Welt, mit innerseelischen Abgründen, die man selbst im Zauberberg vergebens sucht.
Kaufmanns- wie Familienroman werden unvermerkt abgestreift, der Realismus hinter sich gelassen. Unter alledem schält sich ganz anderes heraus: die Erkundung der Befindlichkeit einer gefährdeten, bedrängten Generation, die sich – ihrer Sicherheiten und Perspektiven zunehmend beraubt – vor die nahezu unlösbare Aufgabe gestellt sieht, sich selbst inmitten von Auflösung und Verlust im Wirbel der neuen Zeit neu zu erfinden.
Königshausen & Neumann, Würzburg 2025

